Mit einer App zu besserem (Universitäts-)Sport

Prinzip des Bewegungsspiels

Prinzip des Bewegungsspiels "Zone Play": Studierende versuchen so rasch wie möglich ihre zugewiesene Zone zu erreichen und werden mittels Feedback über die App angeleitet. Inhomogene Gruppen werden dabei durch individuelle Scores "harmonisiert" (Copyright: Institut für Sportwissenschaft, Universität Wien).

SportwissenschafterInnen der Universität Wien arbeiten daran, die Bewegungsmotivation junger Menschen zu steigern und so zur stärkeren Bewusstseinsbildung beizutragen. Begleitend zu entsprechenden Kursangeboten entwickeln die ForscherInnen die dafür notwendige "Technologie" und Softwarepakete. Vom 18. bis 20. April kommen ExpertInnen aus Bulgarien, Estland, Island, Mazedonien und Ungarn zum Gedankenaustausch an die Universität Wien.

Ziel des Erasmus+-Projekts "Te(a)chIn Sport" ist es, spezielle Kurse an den beteiligten Partneruniversitäten zu implementieren. Darüber hinaus entwickeln die ForscherInnen die dafür notwendige Technologie bestehend aus Smartphone, Sensoren für Herzfrequenz u.a., wobei die Anpassung der Hardware sowie die komplette Softwareentwicklung inklusive App am Institut für Sportwissenschaft erfolgt.

Im Vergleich zu den zahlreichen gängigen Fitness-Apps erlaubt dieses System eine Individualisierung der persönlichen Leistungsbeurteilung auf Basis der aktuellen körperlichen Fitness. Dadurch soll künftig sowohl Überals auch Unterbelastung einzelner Personen vermieden werden und erstmals ein fairer Vergleich der erbrachten sportlichen Leistung möglich sein. "Beispielsweise könnte ein körperlich schwächerer Studierende in derselben Gruppe wie LeistungssportlerInnen an einem Bewegungsspiel teilnehmen und trotz der absolut vorhandenen Unterschiede in gelaufener Distanz oder Geschwindigkeit ähnliche Ergebnisse erreichen - wie beim Golf-Handicap", erklärt Arnold Baca, Projektleiter am Institut für Sportwissenschaft der Universität Wien.

Für die Evaluierungsphase entwarfen die ForscherInnen zwei Bewegungsspiele und implementierten diese in der App. Bei einem "Group Marathon"-Spiel können mehrere TeilnehmerInnen eine frei wählbare Gesamtdistanz bewältigen, wobei die einzelnen Teilstrecken aufsummiert werden und die Laufleistung individuell gewertet wird. Eine weitere laufbasierte Spielevariante ist das sogenannte "Zone Play", bei dem die Studierenden ein frei definiertes Feld mit mehreren Zielzonen ablaufen und sich über die App mit akustischem und haptischem Feedback über die Erreichung ihrer individuell zugeordneten Zone informieren. Sämtliche Aktivitäten werden in Echtzeit am Server verarbeitet und können von den KursleiterInnen als zusätzliche Rückmeldung über die physische Belastung der GruppenteilnehmerInnen hinzugezogen werden.

Im Anschluss werten die SportwissenschafterInnen die Erfahrungen über die Anwendung und den Einsatz des Systems in allen teilnehmenden Ländern statistisch aus. "Es ist geplant, diese Arbeit auf weitere Anwendungsfelder auszuweiten und auch weiterführende Forschungsprojekte mit internationalen PartnerInnen zu initiieren", so Arnold Baca abschließend.