MaGICLandscapes: Grüne Infrastruktur als Zukunftschance für Regionalentwicklung

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Das Projekt MaGICLandscapes beschäftigt sich mit der Erfassung und dem Schutz der sogenannten grünen Infrastruktur und erarbeitet Werkzeuge, um lebenswichtige Naturräume etwa im Wein- und Waldviertel zu schützen (© Florian Danzinger).

Das Projekt MaGICLandscapes am Department für Botanik und Biodiversitätsforschung der Universität Wien beschäftigt sich mit der Erfassung und dem Schutz der sogenannten grünen Infrastruktur. In Zusammenarbeit mit ExpertInnen aus Polen, Tschechien, Österreich, Italien und Deutschland soll das Projekt "MaGICLandscapes" lebenswichtige Naturräume mit urbanen Zentren verbinden und ihre funktionale Rolle für das Ökosystem verbessern.

Erstmals seit Projektbeginn finden nun erste Veranstaltungen in den österreichischen Modellregionen "westliches Weinviertel und östliches Waldviertel" sowie "Nationalpark Thayatal" statt. Diese richten sich einerseits an regionale Akteure und assoziierte Partner, andererseits an Projektpartner und ExpertInnen.

Regionaler MaGICLandscapes Workshop im Nationalpark Thayatal
Als Auftaktveranstaltung für Akteure und assoziierte Partner in Österreich findet am 14. November 2018 der erste MaGICLanscapes Workshop "Grüne Infrastruktur als Zukunftschance für unsere Region" im Nationalparkhaus des Nationalparks Thayatal statt. Die Universität Wien und der Nationalpark Thayatal werden dabei die Bedeutung der Grünen Infrastruktur für die Modellregionen "Westliches Weinviertel und östliches Waldviertel" sowie "Nationalpark Thayatal" veranschaulichen und gemeinsam mit regionalen Vertretern Konzepte und Maßnahmen für ein verantwortungsvolles Management von Grüner Infrastruktur erarbeiten.

MaGICLandscapes Projektpartnertreffen im Nationalpark Thayatal
Anfang November findet im Nationalpark Thayatal das dritte MaGICLandscapes Projektpartner-Treffen statt. ExpertInnen für Grüne Infrastruktur aus Polen, Tschechien, Österreich, Italien und Deutschland kommen zusammen, um die weitere Vorgehensweise und anstehende Aufgaben zu besprechen. Die Universität Wien und der Nationalpark Thayatal organisieren die Veranstaltung gemeinsam.

Grüne Infrastruktur ist eine Schlüsselstrategie in der Biodiversitätsstrategie der EU bis 2020. Sie ist nicht nur ein wesentliches Planungskonzept zum Schutz von Naturkapital, sondern trägt durch den verbesserten Zugang zu natürlichen und naturnahen Landschaften gleichzeitig zur Erhöhung der Lebensqualität bei. Außerdem spielt grüne Infrastruktur eine wichtige Rolle bei Hochwasserschutz und Anpassung an den Klimawandel.

Die Europäische Kommission definiert grüne Infrastruktur als "strategisch geplantes Netzwerk wertvoller natürlicher und naturnaher Flächen mit weiteren Umweltelementen, das so angelegt ist und
bewirtschaftet wird, dass sowohl im urbanen als auch im ländlichen Raum ein breites Spektrum an Ökosystemdienstleistungen gewährleistet und die biologische Vielfalt geschützt ist". Es enthält Flächen in ländlichen und städtischen Gebieten und darüber hinaus auch Küstenund Meeresgebiete.

Mit dem Forschungsprojekt "MaGICLandscapes" wollen die WissenschafterInnen den Schutz des Naturerbes sicherstellen. Der Landschaftsökologe Thomas Wrbka und sein Team an der Universität Wien werden in den kommenden drei Jahren verschiedensten StakeholderInnen Wissen und Werkzeug zur Verfügung stellen, um die Funktionalität grüner Infrastruktur auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen sicherzustellen. Als Zielgruppe wenden sie sich an RegionalmanagerInnnen, Gemeinden und politische EntscheidungsträgerInnen. Durch diese enge Zusammenarbeit wird das Projekt einen Impuls zur Stärkung grüner Infrastruktur geben und einen Beitrag für die Gesellschaft leisten.

Das Projekt fokussiert auf die mitteleuropäischen Landschaftsformen. Alle Maßnahmen und Instrumente für die Bewertung grüner Infrastruktur werden auf transnationaler Ebene erarbeitet. "Wir koordinieren unsere Maßnahmen so, dass fehlangepasste Managementansätze reduziert werden. Im besten Fall können die beteiligten Regionen unsere Ergebnisse in deren Entwicklungsund Naturschutzansätze einbauen und Aktionspläne erarbeiten", so Wrbka.

Neun mehrstufige und multidisziplinäre Fallstudien in fünf Regionen dienen als Versuchsgebiet für das transdisziplinäre Partner-Konsortium, um die vielfältigen Vorteile von Managementansätzen für grüne Infrastruktur zu demonstrieren. Die Ergebnisse umfassen eine Sammlung von übertragbaren Tools, wie zum Beispiel technische Handbücher und evidenzbasierte Strategien, um zukünftige Projekte und Investitionen erfolgreich zu managen.

Das Projekt wird von Interreg Central Europe als Teil des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung finanziert.