JKU Whitebook: Spitzenregion in der Medizintechnik

JKU Whitebook: Spitzenregion in der Medizintechnik

Der oö. Beitrag in der Medizintechnik ist wertvoll wie nachhaltig. Ein eigenes Whitebook, initiiert von der JKU, macht das Know-how nun noch besser sichtbar.

‘Ein wesentlicher Teil des medizinischen Fortschritts ist technologischen Weiterentwicklungen zu verdanken. In der Verknüpfung von Anwendungsfeldern aus Medizin und Gesundheit mit Lösungen aus der Technik nimmt die Entwicklung, Herstellung und der Betrieb medizintechnischer Produkte einen immer größeren Stellenwert ein. Daraus resultiert für den Standort Oberösterreich ein hohes Wachstumspotenzial’, betont Wirtschaftsund Forschungsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Michael Strugl.
Das Strategische Wirtschaftsund Forschungsprogramm ‘Innovatives Oberösterreich 2020’ stellt mit seinen fünf Aktionsfeldern die richtigen Weichen, um in Oberösterreich Zukunftsthemen aktiv und koordiniert anzugehen. Im Aktionsfeld ‘Gesundheit/Alternde Gesellschaft’ ist der Bereich der individualisierten Medizin verankert. Damit fördert das Land Oberösterreich bewusst die Entwicklung von personalisierten Technologien, die es vor allem einer alternden Gesellschaft ermöglichen, die Beschäftigungsfähigkeit zu erhöhen, um länger am Arbeitsplatz aktiv zu sein. Ziel ist es auch, dass ältere Personen länger im eigenen Heim wohnen und sich aktiv in der Gesellschaft beteiligen können. Die Medizintechnik kristallisiert sich dabei als vielversprechendes Zukunftsfeld mit enormem Potenzial heraus. Das verdeutlicht auch das Whitebook Medizintechnik, in dem zahlreiche Projekte von Wirtschaft und Forschung gesammelt wurden.
Ein bewährtes Erfolgsrezept, um Innovationen anzustoßen, sind in Oberösterreich die Cluster-Kooperationsprojekte wie beispielsweise ‘GeT’ von Greiner Bio-One und gespag. ‘Wir fördern im Zuge der verschiedenen Cluster-Initiativen Kooperationsprojekte zwischen Unternehmen sowie von Unternehmen mit F&E- bzw. Qualifizierungsund Gesundheitseinrichtungen. Seit 2002 vernetzt der Medizintechnik-Cluster der oö. Wirtschaftsagentur Business Upper Austria als der Drehund Angelpunkt sehr erfolgreich Wirtschaft, Wissenschaft und Medizin’, erklärt LH-Stv. Strugl. Bereits 86 Ideen der MedTech-Branche wurden mit Unterstützung des Medizintechnik-Clusters in Cluster-Kooperationsprojekten sowie nationalen und internationalen Projekten umgesetzt.
Für die Weiterentwicklung und die internationale Sichtbarkeit des Wirtschaftsund Forschungsstandorts Oberösterreich ist zudem die Gründung der Fachhochschule für Gesundheitsberufe und der Medizinischen Fakultät der Johannes Kepler Universität richtungsweisend. Die medizinische Innovationslandschaft wird durch eine noch stärkere Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Medizin im Zuge des ‘MED UP - Medical Upper Austria’ vorangetrieben. Gleichzeitig werden die Möglichkeiten der Digitalisierung in der Medizin wahrgenommen und von Oberösterreichs Wirtschaft und Forschung genutzt.
Großes Potenzial für Wirtschaft und Forschung
’Wir haben in Oberösterreich ein exzellentes Forschungsumfeld. Vor allem das neu gegründete Kepler Universitätsklinikums ist mit den Schwerpunkten Medizintechnik, klinische Altersforschung und Versorgungsforschung prädestiniert für medizinnahe Forschung. Alle Akteure in Oberösterreich - Gesundheitseinrichtungen, F&E-Einrichtungen, Bildungseinrichtungen und Unternehmen - müssen an einem Strang ziehen, um die Innovationskraft im Bereich der Gesundheitswirtschaft zu stärken, auch im Sinne einer bestmöglichen PatientInnenversorgung und -sicherheit’, erklärt Mag.a Christine Haberlander, Landesrätin für Bildung, Frauen und Gesundheit.
Eine strukturierte Kooperation von Versorgung, Lehre und Forschung ermöglicht einen raschen Zugriff auf neue Therapien und medizinische Innovation.
Wie man erfolgreich Forschung in Kooperation mit Akteuren aus der Gesundheitswirtschaft treibt, zeigt die FH Gesundheitsberufe OÖ. Der Fokus liegt hier stark auf Forschungsprojekten im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention sowie assistierende Technologien, die auf die Gesundheit des Menschen und seine Lebensqualität ausgerichtet sind. Ziele der Projekte sind die wissenschaftliche Fundierung, Entwicklung und Evaluierung der professionellen und der berufsgruppenübergreifenden Praxis und Lehre. Für die Lösung der komplexen Herausforderungen im Gesundheitssystem ist eine interdisziplinäre Forschung über Berufsgruppen hinweg unerlässlich.
Im Rahmen der vermehrten Kooperationsanfragen im Bereich F&E ist insbesondere die spezifische Perspektive und Expertise der nicht-ärztlichen Gesundheitsberufe an der Schnittstelle von Gesundheit und Technik gefragt. Die laufende Einbindung von End-Anwender/innen und Betroffenen in Projekten sowie deren wissenschaftliche Begleitung unter besonderer Berücksichtigung ethischer Aspekte liegt in der Kompetenz der FH Gesundheitsberufe OÖ.

V.l.: Univ.-Prof. Richard Hagelauer, MTC-Beiratssprecher Axel Kühner, Landeshauptmann-Stv. Michael Strugl, Landesrätin Christine Haberlander und Rektor Meinhard Lukas bei der Vorstellung des Whitebook

Erfolgreiches Kooperationsprojekt steigert die PatientInnenbehandlungsqualität
‘Die MedTech-Branche ist ein wichtiger Zukunftsmarkt, auf dem sich Oberösterreich mit einer Spitzenforschung international positionieren kann. Die Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Medizin über die Grenzen hinaus, aber auch der Best-Practice-Gedanke sind in diesem Zusammenhang essentiell’, so Axel Kühner, Vorstandsvorsitzender der Greiner Gruppe und Beiratssprecher des Medizintechnik-Clusters von Business Upper Austria.
Greiner Bio-One (GBO) und die Oö. Gesundheitsund Spitals-AG (gespag) haben eine strategische Partnerschaft abgeschlossen und arbeiten gemeinsam an der Implementierung einer neuen digitalen Systemlösung der Blutabnahme für die Krankenhäuser der gespag. Greiner eHealth Technologies (GeT) heißt der Geschäftsbereich von Greiner Bio-One, der digitale Systemlösungen mit GBO-Kernprodukten im Bereich der Preanalytics und BioScience verbindet. Damit können der gesamte Ablauf des präanalytischen Prozesses - von der Blutanforderung über die Blutabnahme bis zum Blutprobentransport ins Labor - sowie der Probeneingang und die Befundrückübermittlung optimiert werden. Dies garantiert 100-prozentige Nachverfolgbarkeit und Transparenz.
Die Idee der Greiner Bio-One zu diesem neuen digitalen Dienstleistungsbereich und damit verbundenen Systemlösungen wie GeT LabCollection, wurde ursprünglich in einem Cluster-Kooperationsprojekt des Medizintechnik-Clusters weiterentwickelt und vom Land Oberösterreich gefördert.
‘Durch den Einsatz der GeT-Lösungen rund um die Blutabnahme können manuelle zeitintensive Schritte in den Krankenhäusern der gespag vermieden und die Prozesse effizienter und sicherer gestaltet werden. Wir streben einen digitalen Paradigmenwechsel rund um die Probengewinnung an und schaffen gemeinsam ein international einzigartiges Best Practice’, erklärt Axel Kühner.
JKU gibt der Vernetzung und dem Austausch Raum
‘Medizin begleitet uns ein Leben lang’, sagt der Rektor der Johannes Kepler Universität, Meinhard Lukas. ‘Angesichts der immer älter werdenden Bevölkerung kommt der Forschung und auch der Ausbildung im Gesundheitsbereich eine immer gewichtigere Rolle zu.’ Die JKU begegnet diesem Wandel umfassend - auf mehreren Ebenen und in den unterschiedlichsten Disziplinen: ‘Mit der erfolgreichen Etablierung der Medizinischen Fakultät und dank der Unterstützung der involvierten PartnerInnen haben wir vorausschauend die Weichen gestellt, unsere Expertise in der Medizintechnik ist ebenfalls über die Landesgrenzen in Wissenschaft und Wirtschaft anerkannt’, betont Lukas.
Der Erfolg der Kepler Universität manifestiert sich in ihrem Selbstverständnis: nicht rein in Fakultäten und Fachbereichen denken, sondern der Vernetzung und dem Austausch Raum geben. Jüngstes Beispiel: das Open Innovation Center des Linz Institute of Technology (LIT), das nun - u.a. im Medical Engineering - konkrete Formen annimmt. ‘Heute forschen knapp 70 Abteilungen und Institute der JKU im medizinischen oder medizinnahen Bereich. Das Whitebook Medizintechnik listet die vielfältigen Leistungen, die tagtäglich für den Standort erbracht werden, und seine Menschen kompakt und übersichtlich auf. Unser Beitrag für eine nachhaltige Zukunft wird damit lesbar und noch breiter fassbar’, erklärt der Rektor.
‘Mit dem Whitebook existiert ab nun ein Sammelwerk, das es externen InteressentInnen und potenziellen PartnerInnen auf einfache und rasche Weise erlaubt, die medizintechnischen Stärkefelder in Oberösterreich zu identifizieren und mit den Verantwortlichen unmittelbar in Kontakt zu treten’, so Univ.-Prof. Richard Hagelauer. Das werde einen fruchtbaren Boden für viele neue und erfolgreiche Kooperationen aufbereiten. ‘Daher bin ich überzeugt, dass diese Publikation wesentlich dazu beitragen wird, dem Bundesland im Allgemeinen und der JKU im Besonderen ungemeinen Antrieb und Aufschwung zu verschaffen.’
’Die vorliegende Fülle von Beiträgen aus dem Kepler Universitätsklinikum, von erfolgreichen Unternehmen, der Fachhochschule Oberösterreich und naturgemäß überwiegend von der JKU schaffen einen profunden Überblick über die bereits vorhandene medizintechnische Kompetenz und Expertise in unserem Land. Die gesamte Potenz des Standortes ist in diesem Kompendium eindrücklich dokumentiert’, sagt Univ.-Prof. Gustav Pomberger.

Das Whitebook zum Download:

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