JACQ macht Pflanzensammlungen für Forschung, Lehre und Unterricht digital verfügbar

Auch der Pflanzenbestand der Bundesgärten Schönbrunn wird ab sofort in das JACQ-

Auch der Pflanzenbestand der Bundesgärten Schönbrunn wird ab sofort in das JACQ-System eingespielt (Copyright: Hromniak).

Herbarbelege und Lebendsammlungen des Naturhistorischen Museums Wien, der Bundesgärten Schönbrunn sowie des Botanischen Gartens der Universität Wien werden wieder unter einem digitalen Dach vereint. Benannt ist das Portal nach dem Botaniker Nikolaus von Jacquin, der von Maria Theresia als erster Direktor des Botanischen Gartens eingesetzt wurde. Er starb am 26. Oktober 1817.

Die Herbarien der Universität Wien und des Naturhistorischen Museums Wien, sowie die Pflanzensammlungen des Botanischen Gartens der Universität Wien und der Bundesgärten haben sich zu einem digitalen Verbund zusammengeschlossen. Ab jetzt treten die historisch aufgeteilten ehemaligen K. K. (Kaiserlich-königlichen) Sammlungen Österreichs virtuell gemeinsam auf.
Ermöglicht wird dies durch das Datenbanksystem JACQ. Das in Wien entwickelte System wird international bereits von 33 Institutionen genutzt. Darin sind bisher 1.14 Mio. Daten zu botanischen Objekten erfasst. Die beteiligten Institutionen aus Österreich, Deutschland, Tschechien, Italien, Montenegro, Russland, Ukraine, Afghanistan, Iran, Aserbaidschan, Armenien, Georgien und El Salvador arbeiten gemeinsam in der Datenbank. Eine Auflistung und eine Karte finden sich hier: herbarium.univie.ac.­at/database/collections.htm
JACQ wurde im Jahr 2000 am Institut für Botanik der Universität Wien begonnen; 2004 schloss sich das NHM Wien an das System an. Zunächst waren Belegsammlungen (Herbarien) im Fokus, seit 2014 wird auch der Gesamtbestand an Lebendsammlungen des Botanischen Gartens der Universität Wien erfasst. Der Pflanzenbestand der Bundesgärten Schönbrunn wird ab sofort ebenfalls in das JACQ-System eingespielt. Dadurch erfährt die Dokumentation der Sammlungen eine grundlegende Modernisierung und wird gleichzeitig in moderne Wissensnetzwerke eingebunden (z.B. Europeana, GBIF, ACDH etc.).
Namenspatron für das System ist der Botaniker Nikolaus von Jacquin (1727’1817), dessen Todestag sich heuer zum 200. Mal jährt. Von einer abenteuerlichen Forschungsreise nach Westindien (1754’1759) im Auftrag des Hauses Habsburg hatte er zahlreiche damals noch unbekannte Pflanzenarten nach Wien gebracht - sowohl nach Schönbrunn als auch in den kurz vorher gegründeten Botanischen Garten am Rennweg. Die Nachkommen dieser Pflanzen werden heute noch kultiviert und treffen sich in JACQ mit ihrer Dokumentation in den Herbarien.


 
 
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