Internationales Symposium zu Antisemitismus und Religion

18. Mai 2017   »   english      
Das Spektrum antisemitischer Aktivitäten reicht von Diskriminierung, Verleumdung

Das Spektrum antisemitischer Aktivitäten reicht von Diskriminierung, Verleumdung und Beleidigung über den strukturellen Antisemitismus vieler Gesellschaften und Kulturen bis zu physischer Gewalt und Verfolgung von Juden (Copyright: Patrick Lentz/flickr.com/

Am Mittwoch, 24. Mai 2017, findet in der Israelitischen Kultusgemeinde ein wissenschaftliches Symposium über die Beziehung von Antisemitismus und Religion statt. Internationale ExpertInnen diskutieren das Phänomen des religiösen Antisemitismus, darunter Dina Porat von der University of Tel Aviv und Yad VaShem und Lawrence Schiffman von der New York University.

Umfragen zeigen, dass der Antisemitismus nicht nur in Österreich, sondern weltweit beängstigend zunimmt. Nach der Schoa hat sich in der modernen Welt eine neue Art des Antisemitismus verbreitet, der alte und neue Formen des Judenhasses verbindet. Die Wurzeln des Antisemitismus reichen bis in die Antike und haben über die Jahrtausende in der westlichen und islamischen Welt Halt gefunden. Der Antizionismus bringt seine Ablehnung des Staates Israel heute nicht nur in der muslimischen Welt mit antisemitischen Motiven zum Ausdruck, sondern ist überall in antisemitischer Hetze anzutreffen.
Das Spektrum antisemitischer Aktivitäten reicht von Diskriminierung, Verleumdung und Beleidigung über den strukturellen Antisemitismus vieler Gesellschaften und Kulturen bis zu physischer Gewalt und Verfolgung von Juden. Wie schon in den frühesten Ausprägungen ist Antisemitismus auch heute noch häufig religiöser Natur. Mehr als 13 Prozent der österreichischen Bevölkerung weisen den Juden die Schuld am Tod Jesu zu und haben Mitleid mit ihnen, weil sie Jesus Christus nicht als Erlöser anerkennen würden. Solche und andere religiöse Vorurteile gegenüber Juden sind weder auf Österreich noch das Christentum und den Islam beschränkt, sondern finden sich weltweit sogar an Orten, an denen keine Juden leben.
Die ReferentInnen des Symposiums werden sich mit den christlichen Wurzeln der Holocaust-Leugnung, der Verbindung von religiösem Dogma und Judenverfolgung, der polemischen Verwendung des Talmuds und der Dämonisierung von Juden beschäftigen.
Diese Tagung wird vom European Jewish Congress, dem Institut für Judaistik der Universität Wien, der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, dem Kantor Center for the Study of Contemporary Jewry der Universität Tel Aviv und dem Skirball Department of Hebrew and Judaic Studies der New York University organisiert.
Die Veranstaltung bereitet den Weltkongress "An End to Anti-Semitism!" vor ( judaistik.univie.ac.­at/aktuelles/news/conference-an-end-to-anti-semitism/ ), der im Februar 2018 an der Universität Wien stattfinden wird.
Programm: judaistik.univie.ac.­at/aktuelles/news/anti-semitism-and-religion-a-symposium/

Symposium: Anti-Semitism and Religion

Zeit: Mittwoch, 24. Mai 2017, 17 Uhr
Ort: Israelitische Kultusgemeinde Wien, 1010 Wien, Seitenstettengasse 4
(Eintritt mit Lichtbildausweis)
Symposium in englischer Sprache, freier Eintritt.

Anmeldung für JournalistInnen: judaistik(at)univie.ac.at


 
 
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