"Geschichte wird gemacht": Internationale Zeitgeschichtetagung an der Universität Wien

Der diesjährige Österreichischen Zeitgeschichtetag findet am Institut für Publiz

Der diesjährige Österreichischen Zeitgeschichtetag findet am Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaften der Universität Wien statt (Copyright: Universität Wien/ Gebhard Sengmüller).

"Geschichte wird gemacht" lautet das Motto des diesjährigen Österreichischen Zeitgeschichtetages (ZGT), der zwischen Donnerstag, 5. April, und Samstag, 7. April 2018, vom Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien veranstaltet wird. Ausstellungen, Podiumsdiskussionen, ein Festvortrag der renommierten Historikerin Margaret MacMillan und ein Kabarettabend mit Florian Scheuba im Audimax der Universität Wien sind Highlights der Konferenz.

Der Titel der Tagung, die heuer ihr 25-jähriges Jubiläum feiert, bezieht sich zum einen auf das mehrfache Gedenkund Erinnerungsjahr 2018. "Geschichte wird gemacht" verweist aber zum anderen auch darauf, "wie sehr wir als WissenschafterInnen das kollektive Wissen über die jüngere Vergangenheit mitgestalten können", so Oliver Rathkolb, Vorstand des Instituts für Zeitgeschichte an der Universität Wien und Projektleiter.

Herzstück der Tagung sind 44 Panels mit über 150 Vorträgen, die Einblicke in aktuelle Debatten geben und ein Ort offener Diskussionskultur sein sollen. Die Auseinandersetzung mit Zeitgeschichte wird aus unterschiedlichsten Perspektiven erfolgen. Dazu beitragen werden HistorikerInnen aus dem In- und Ausland mit besonderem Fokus auf NachwuchswissenschafterInnen. Die ÖH ist Projektpartner, um 200 Studierenden österreichweit die Teilnahme am ZGT18 zu ermöglichen.

Eröffnungsvortrag am 5. April mit Blick auf Europa
Die Konferenz startet mit einem öffentlichen Vortrag der renommierten kanadische Historikerin Margaret MacMillan, die lange an der University of Oxford tätig war. Sie beschreibt in ihrem Einführungsreferat "The Paris Peace Settlements of 1919 and the fate of Europe" die lange Wirkungsgeschichte der Friedensverträge von 1919, die nach wie vor als eine Art unsichtbare Hintergrundfolie die europäische Entwicklung mitprägen.

Die über 150 Vorträge zeigen die Bandbreite des Faches und bringen eine Art Leistungsschau der Zeitgeschichte, u.a. werden dabei folgende Themen diskutiert:

  • NS-Ideologien in Österreich nach 1945
  • Antisemitismus unter Muslimen in Österreich im Kontext von Islamfeindlichkeit
  • Museen in krisenhaften Zeiten: Washington, Brüssel, Bonn, Wien
  • Vom Umgang mit Zeitgeschichte im Geschichtsunterricht
  • Rotes Wien: Modell und historische Realität
  • The Tokyo Tribunal and its Transcultural Legacies
  • Akademiker als Wegbereiter des Nationalsozialismus in Österreich
  • Auto/Biografie, Geschlecht und Zeitgeschichte in Relation
  • Staat und Terrorismus im Kalten Krieg
  • Österreichische Konstruktionen Lateinamerikas seit dem 20.Jahrhundert
  • Wissenschaft im Dienste des Nationalsozialismus

Zeitgeschichte und Kabarett
Der Kabarettist Florian Scheuba wird am Freitag, 6. April 2018, im Audimax der Universität Wien Teile seines neuen Programms präsentieren und danach mit der Journalistin und Zeithistorikerin Barbara Tóth die Beziehungen zwischen historischer Forschung und aktuellem Zeitgeschehen diskutieren. "Scheuba versteht es wie kaum ein anderer, die Untiefen der politischen Kultur in der österreichischen Gegenwart durch perfekt recherchierte Satire hörbar und sichtbar zu machen - häufig in enger Kooperation mit investigativem Journalismus. Damit leistet er einen wichtigen Beitrag für eine kritische Selbstreflexion unserer Gesellschaft", so Rathkolb.

Österreichischer Zeitgeschichtetag 2018
Zeit:
Donnerstag, 5. April bis Samstag, 7. April
Tagungsort: Währinger Straße 29, 1090 Wien

Veranstaltungen im Überblick
Donnerstag, 5. April, 10 Uhr: Eröffnung mit Festvortrag Margaret MacMillan
Donnerstag, 5. April, 19 Uhr: Diskussion "Publizieren 4.0: Hat Zeitgeschichte eine Zukunft?"
Freitag, 6. April, 19 Uhr: Kabarett "Florian Scheuba: Geschichten zur Zeit" im Audimax
Samstag, 7. April, 17:45 Uhr: Diskussion "global
marginal? Zur Stellung der österreichischen
Zeitgeschichte im europäischen und internationalen Kontext Podiumsdiskussion"

Nähere Infos, Registrierung und Programm:
http://zgt18.univie.ac.at
www.facebook.com/zgt­18

Kartenverkauf für den Kabarettabend von Florian Scheuba (Kartenpreis 12 Euro):
zgt18.univie.ac.at/z­gt18-kabarett-scheuba

Die Teilnahmegebühr beträgt 50 Euro.
Mit diesem Betrag werden unter anderem die ZGT18-Stipendien finanziert.
Für Personen, denen die Leistung der Teilnahmegebühr nicht möglich ist, besteht beim Tagungsbüro die Möglichkeit auf Erlassung von ebendieser.