"Figuren des Unaussprechlichen" - Marion Poschmanns Poetikvorlesung

Marion Poschmann wurde für ihr literarisches Werk bereits vielfach ausgezeichnet

Marion Poschmann wurde für ihr literarisches Werk bereits vielfach ausgezeichnet (Copyright: Heike Steinweg).

Fortsetzung der "Poetikdozentur Literatur und Religion" an der Universität Wien

Die Berliner Autorin Marion Poschmann, die im vergangenen Jahr auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis stand, hält am 16. Jänner eine Poetikvorlesung im Zwischenraum von Religion und Literatur. Marion Poschmanns Feld ist die Lyrik und die Prosa gleichermaßen. Ihr jüngster Roman "Die Kieferninseln" erregte weithin Aufsehen.
Geheimnis, Rätsel und Mysterium haben ihren Ort in der Literatur wie in den Religionen. Nicht selten geht es hier um etwas, das nicht in Begriffen fassbar, nicht einfach sagbar, also "aussprechlich" wäre. Die 1969 in Essen geborene und heute in Berlin lebende Schriftstellerin Marion Poschmann wird sich in ihrer Wiener Poetikvorlesung diesem "Unaussprechlichen" und seinen literarischen Figurationen nähern.
Poschmann, die Germanistik, Philosophie und Slawistik studiert hat, bewegt sich auf der Höhe des poetischen Diskurses unserer Zeit. Dennoch sind ihre Gedichte zugänglich, ihre Romane fesselnd. Die Autorin hat zuletzt einen fulminanten Japanroman vorgelegt, "Die Kieferninseln" (Suhrkamp 2017), der mehrfach den Raum des Religiösen betritt: Es geht um die Suche nach dem Ich, um eine Pilgerfahrt in die Natur und um den Suizid als Selbsttechnik.
Für ihr literarisches Werk wurde Poschmann vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Berliner (2018) und dem Düsseldorfer Literaturpreis (2017), dem Wilhelm-Raabe- (2013) und dem Peter-Huchel-Preis (2011). Ihre letzten Gedichtsammlungen heißen "Geliehene Landschaften" (Suhrkamp 2016) und "Geistersehen"(Suhrkamp 2010).
Die vom Institut für Systematische Theologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät organisierte Poetikdozentur bringt jedes Semester SchriftstellerInnen an die Universität Wien. Im Hintergrund steht das Anliegen, eine Begegnung von Literatur und Religion zu ermöglichen - zweier Sphären, die manches trennt, aber auch einiges verbindet.
Vorschau: Im kommenden Sommersemester 2018 wird die Poetikdozentur mit Hartmut Lange, Ilja Trojanow und Barbara Frischmuth fortgesetzt.
POETIKDOZENTUR "Literatur und Religion": Marion Poschmann
Figuren des Unaussprechlichen
Zeit: Dienstag, 16. Jänner 2018, 18.30 Uhr
Ort: Hörsaal 47, Hauptgebäude der Universität Wien, 1010 Wien, Universitätsring 1