Energieraumplanung im Stadtquartier

Heizwärmebedarf ,,vor einer Sanierung

Heizwärmebedarf ,,vor einer Sanierung" im Linzer Quartier Kleinmünchen (Quelle: Projekt ENUR, eigene Berechnung)

Ein Werkzeugkasten an Softwareund Planungstools wurde unter Leitung der TU Wien geschaffen, um die energetische Transformation zu resilienter Stadtentwicklung zu unterstützen. Präsentiert wird das Projekt am 27.09. im Linzer Ars Electronica Center.


Heizwärmebedarf ,,vor einer Sanierung" im Linzer Quartier Kleinmünchen (Quelle: Projekt ENUR, eigene Berechnung)

Wie man Gebäude energieund ressourceneffizienter gestalten kann, wird schon lange erforscht. Weniger Wissen und Konzepte gibt es bisher aber über die Frage, wie dies konkret in Stadtquartieren effektiv umgesetzt werden kann. Der Fachbereich Stadtund Regionalforschung (Department für Raumplanung, TU Wien) ging dieser Frage im Rahmen des Projekts ,,E_Profil: Quartiersprofile für optimierte energietechnische Transformationsprozesse" gemeinsam mit mehreren Partnerinstitutionen nach. Das Projekt wird vom BMVIT über das Programm ,,Stadt der Zukunft" gefördert.
Stadtquartiere als Ansatzpunkte für resiliente Energieversorgung
Wenn man die Klimaziele erreichen möchte, die sich Österreich und die EU gesetzt haben, müssen geeignete Instrumente zur Realisierung entsprechender Strategien verbessert werden: Einerseits muss der Energiebedarf durch thermische Sanierungen gesenkt werden, andererseits muss es auch gelingen, erneuerbare Energie verstärkt zu nutzen. Neben einer Verbesserung der Versorgungssicherheit sollen insbesondere kleinräumig vorhandene Potenziale zur Energiebereitstellung auf lokaler Ebene und unter Berücksichtigung lokaler Bedingungen und Interessen genutzt werden können.
Gegenüber vielen anderen Strategien, in denen der Fokus auf Einzelgebäuden liegt, wird in E-Profil das Hauptaugenmerk auf zwei Themen gerichtet:
(1) Welche kleinräumigen Bedingungen für energetische Transformationsprozesse bestehen im urbanen Siedlungsfüge?
GIS-basierte räumliche Analysen - zum Beispiel im Zentralraum von Oberösterreich - sowie Ergebnisse einer repräsentativen Haushaltsbefragung - durchgeführt in den Stadtregionen Österreichs - liefern vielfältige Befunde zu einem Orientierungsrahmen, welcher einerseits die thermischen Einsparungspotentiale und die Solarenergiepotentiale, sowie andererseits die soziodemographischen und baustrukturellen kleinräumigen Voraussetzungen kennzeichnet. ,,Auf Basis dieser Erkenntnisse wollten wir einen Orientierungsrahmen für eine effektive Steuerung energietechnischer Transformationsprozesse schaffen", sagt Rudolf Giffinger als Projektleiter.
(2) Wie kann der energetische Transformationsprozess auf Quartiersebene durch ein geeignetes Methodenset effektiv zu einer resilienten Stadtentwicklung beitragen?
Um diesen Zielen näher zu kommen, wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt Linz in zwei ausgewählten Stadtteilen ein Quartiersansatz entwickelt, in dem nicht die Verbesserung der thermischen Sanierung von Einzelgebäuden im Mittelpunkt stand, sondern ein Methodenset/Werkzeugkasten zur Unterstützung der energetischen Transformation auf Quartierseben erarbeitet wurde. ,,Maßnahmen, die bislang aus einer primär gebäudebezogenen Sicht gesetzt wurden, sind auf größerer Skala - zum Beispiel der Quartierseben - betrachtet aber nicht immer die effizientesten", erklärt Prof. Rudolf Giffinger. ,,Und oft bietet sich nicht der richtige Einblick, um lokal vorhandene Potentiale zu aktivieren und Lösungen im Verbund zu generieren."
Ein Werkzeugkasten für die Quartiersebene
Mit E_Profil wurde somit ein Methodenset zusammengestellt, das es erlaubt, einen Weg zur optimierten resilienten Energieversorgung (Verbesserung der Energieeffizienz durch thermische Sanierung, Umstieg auf erneuerbare Energieressourcen) unter Berücksichtigung lokaler Interessen (Beteiligungsmöglichkeiten unter Einbeziehung von Kosten) zu gestalten. Damit wurde ein Ansatz entwickelt, der zukünftig ein wichtiges Asset für Forschungsund Planungsaktivitäten in städtischen Siedlungsverbänden darstellt.
Das Projekt E_Profil war von Anfang an interdisziplinär angelegt, um Forschung mit Planung zu verbinden und somit konkreten Herausforderungen im Stadtquartier begegnen zu können: Von der TU Wien waren neben dem Fachbereich Stadtund Regionalforschung mit leitender Funktion auch der Fachbereich Finanzwissenschaft und Infrastrukturpolitik, beide Department für Raumplanung, sowie die Abteilung Bauphysik und Bauökologie, Institut für Architekturwissenschaften, beteiligt. Darüber hinaus waren in dem Projekt das Forschungsinstitut für Urban Management and Governance (Wirtschaftsuniversität Wien), das Ars Electronica Futurelab (Ars Electronica Linz GmbH), das Magistrat der Landeshauptstadt Linz, Direktion Stadtentwicklung, die Linz AG sowie das Ingenieurbüro mecca consulting in die Forschungsund Planungsarbeiten eingebunden.
Präsentiert werden die Projektergebnisse nun am 27.09. ab 16.30 Uhr bei einer gemeinsamen Veranstaltung der beteiligten Partner im Ars Electronica Center in Linz.

Näheres zur Abschlussveranstaltung

Projektinformationen und Berichte zum Download



 
 
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