"Elfriede Jelineks ’Burgtheater’ - Eine Herausforderung"

3. April 2017
Elfriede Jelineks

Elfriede Jelineks "Burgtheater" wurde noch nie in Wien aufgeführt (Copyright: Martin Vukovits)

Unter dem Titel "Elfriede Jelineks ’Burgtheater’ - Eine Herausforderung" veranstalten die Forschungsplattform Elfriede Jelinek und das Elfriede Jelinek-Forschungszentrum in Kooperation mit dem Institut für Theater-, Filmund Medienwissenschaft und dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, dem Österreichischen Filmmuseum und dem Haus der Geschichte Österreich von 26. April bis 5. Mai 2017 eine interdisziplinäre Veranstaltungsreihe. Das skandalisierte Stück, das in Wien noch nie aufgeführt wurde, soll so einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Elfriede Jelineks Posse mit Gesang "Burgtheater" thematisiert das opportunistische Verhalten und die ideologische Mittäterschaft von SchauspielerInnen im Nationalsozialismus sowie die Kontinuitäten der österreichischen Kunstproduktion von den 1930er Jahren über die NS-Zeit bis in die 1950er Jahre.
Das Stück, das bereits vor der Waldheim-Affäre die Mitschuld Österreichs am Nationalsozialismus zur Sprache brachte, wurde bei seiner Uraufführung 1985 als Schlüsselstück zur Schauspielerfamilie Paula Wessely/Attila Hörbiger skandalisiert - die öffentlichen Debatten begründeten Jelineks Ruf als "Nestbeschmutzerin". Uraufgeführt in Bonn, wurde es in Österreich - mit Ausnahme einer Produktion am Theater im Bahnhof in Graz - bislang nicht gespielt.
Mit der sieben Tage umfassenden Veranstaltungsreihe soll Jelineks "Burgtheater" einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden: Aus interdisziplinärer Perspektive diskutieren ExpertInnen die zeitgeschichtlichen Kontexte, die Form und Sprache des Stücks, prägende Intertexte, Aspekte des Komischen, die Skandalisierung sowie die Verantwortung von KünstlerInnen in Diktaturen.
Ein Schwerpunkt im Österreichischen Filmmuseum, gruppiert um den NS-Propagandafilm "Heimkehr", den Jelinek in "Burgtheater" aufgreift, rundet die Reihe ab.
WissenschaftlerInnen, Kulturschaffende und JournalistInnen wie Oliver Rathkolb, Irene Suchy, Roland Koberg, Markus Meyer, Anton Pelinka, Heinz Sichrovsky, Angelika Hager, Doron Rabinovici und Sigrid Löffler wirken mit, die Schauspielerin Sylvie Rohrer liest aus Essays von Elfriede Jelinek.
Konzeption und Organisation: Pia Janke, Teresa Kovacs

Interdisziplinäre Veranstaltungsreihe: "Elfriede Jelineks ’Burgtheater’ - Eine Herausforderung"

Zeit: Mittwoch, 26. April bis Freitag, 5. Mai 2017
Daten und Orte:
26. April, 4. Mai: Institut für Theater-, Film und Medienwissenschaft der Universität Wien (1010, Hofburg, Batthyanystiege)
27. April: Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (1010, Johannesgasse 4a)
29. April, 30. April, 1. Mai: Österreichisches Filmmuseum (1010, Augustinerstraße 1)
5. Mai: Burgtheater, Vestibül (1010, Universitätsring 2)

Details zum Programm:

fpjelinek.univie.ac.­at/veranstaltungen/symposium-burgtheater-2017