Vertragsverlängerung und neue Professur für interuniversitäres Messerli-Forschungsinstitut

Für das wissenschaftlich erfolgreiche, interuniversitäre ,,Messerli Forschungsinstitut für Mensch-Tier-Beziehung" ist auch die nächste Zukunft finanziell abgesichert. Die Messerli-Stiftung und die Rektorate der Vetmeduni Vienna, die weiterhin die operative Leitung behält, der Medizinischen Universität Wien und der Universität Wien unterzeichneten am Donnerstag eine Vertragsverlängerung und erneuerte Leistungsvereinbarungen. Im Zuge dessen wurde auch eine neue Professur zur Erforschung der neurowissenschaftlichen Grundlagen der Mensch-Tier-Beziehung definiert.

Das ,,Messerli-Forschungsinstitut für Mensch-Tier-Beziehung" der Vetmeduni Vienna, der Medizinischen Universität Wien und der Universität Wien widmet sich seit 2010 erfolgreich der Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung und ihrer Grundlagen in den Bereichen Ethik, vergleichende Medizin sowie Kognition und Verhalten von Tieren, sowie der Lehre, etwa mit dem interdisziplinären Master-Studiengang für Human-Animal-Interaction (IMHAI). Als Netzwerkknotenpunkt bildet es die ideale Voraussetzung, um exzellente Forschung für eine nachhaltige Verbesserung der Mensch-Tier-Beziehung in den Wirkungsdimensionen ,,Grundlagenforschung", ,,Lehre und Life Long Learning" und ,,Gesellschaft" betreiben zu können.

,,Durch die interdisziplinäre Breite, die von der Veterinärmedizin über Biologie, Humanmedizin, bis zur Philosophie und Psychologie reicht, liefert das Messerli Forschungsinstitut wichtige und einzigartige Erkenntnisse und Beiträge an den Schnittstellen von Tier und Mensch", so die Rektorin der Vetmeduni Vienna, Petra Winter. ,,Die strategische Verortung dieser Forschungseinrichtung in unserer Institution stärkt unseren ganzheitlichen veterinärmedizinischen Ansatz, der uns aufgrund der Grundlagenforschung und öffentlichen Relevanz von anderen veterinärmedizinischen Institutionen unterscheidet. Speziell die Bewusstseinsschärfung der Öffentlichkeit hinsichtlich des ethisch gerechtfertigten Umgangs mit Tieren ist ein wesentlicher Faktor unseres Aufgabenbereichs."

Der ganzheitliche Aspekt spiegelt sich nicht nur in den ethischen und kognitiven Ansätzen wider, sondern auch in den gesundheitlichen. ,,Die am Messerli Forschungsinstitut gepflegte Zusammenarbeit von drei heimischen Universitäten ist einzigartig und zugleich ein erfolgreicher Brückenschlag zwischen Humanund Veterinärmedizin. Hier zeigt sich beispielhaft, wie interdisziplinäre Kooperation an einem Standort zu einem international herausragenden Kompetenzzentrum führen kann", unterstreicht Michaela Fritz, Vizerektorin für Forschung und Innovation der MedUni Wien die Bedeutung der langjährigen Kooperation.

Kognitive Verhaltensforschung ist in anderen Ländern ein eher der Biologie zugeordnetes Thema. Durch die Kombination von biologischem und veterinärmedizinischem Wissen ergibt sich jedoch ein wesentlich offenerer Ansatz, der für internationale Kooperationen interessanter wird, auch mit der neu definierten Professur. ,,Die Professur zur Erforschung der neurowissenschaftlichen Grundlagen der Mensch-Tier-Beziehung passt gut in den Ausbau der kognitiven Neurowissenschaften an der Universität Wien, der auch zu einem gemeinsamen Studienangebot der drei beteiligten Universitäten führen soll", so Heinz W. Engl, Rektor der Universität Wien.

Die Messerli-Stiftung und das Forschungsinstitut
Von Herta Messerli 1982 ins Leben gerufen, widmet sich die Messerli-Stiftung unter anderem dem Naturund Tierschutz. Sitz der Stiftung ist Sörenberg in der Schweiz. Die Stiftung finanziert Projekte, die auf wissenschaftlicher Basis der Natur im Allgemeinen und dem Wohl der Tierwelt im Speziellen zugutekommen. Das Messerli Forschungsinstitut wurde 2010 mit der Unterstützung der Messerli-Stiftung unter Federführung der Veterinärmedizinischen Universität Wien in Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien und der Universität Wien gegründet. Es widmet sich der Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung und ihrer Grundlagen in den Bereichen Ethik, vergleichende Medizin sowie Kognition und Verhalten von Tieren. Dabei zeichnet es sich durch einen breiten interdisziplinären Zugang (Biologie, Humanmedizin, Veterinärmedizin, Philosophie, Psychologie) und eine starke internationale Ausrichtung aus.