Vernissage ,,Science joins Art - Energie und Umwelt"

Bild aus der ,,Eis-Projekt

Bild aus der ,,Eis-Projekt"-Serie von Reinhard Prenn

Vor zehn Jahren entstand der Forschungsschwerpunkt Energie und Umwelt, der sich interdisziplinärer Arbeit in diesem Spannungsfeld widmet. Das Thema Klimawandel ist dabei ein ständiger Begleiter und findet nun Ausdruck in einer Fotoausstellung.

An der TU Wien wird zwar keine Gletscherforschung als solche betrieben, allerdings finden sich besonders im Forschungsfeld ,,Umweltmonitoring und Klimaanpassung" des Forschungsschwerpunkts Energie und Umwelt viele Forschungsthemen, die sich mit Auswirkungen des Gletscherschwunds auf die Umwelt beschäftigen. So führt beispielsweise auftauender Permafrost zu einer Steigerung von Hangrutschungen, Felsstürzen und Schlammlawinen, und das findet sich in der Forschung im Bereich Naturgefahrenmanagement wieder. Die schwindende Schneedecke reduziert das Speichervermögen der Stauseen, was wiederum Auswirkungen auf die Pumpspeicherkapazitäten und somit auf die Energiebereitstellung hat. Auch dazu wird an der TU Wien geforscht. Schmelzwasser transportiert aber auch deutlich mehr Sedimente und Schadstoffe ins Grundwasser, was sich in der Forschung zu Themen wie Wasserwirtschaft, Gewässerschutz und hydrologische Prozesse niederschlägt.

Um Sichtbarmachung des Gletscherschwunds auf besondere Art geht es in einem Fotoprojekt, das mit der Vernissage ,,Science joins Art" in den Räumlichkeiten des Forschungszentrums eröffnet wurde. Die gezeigte Fotoreihe ist dort für drei Jahre ausgestellt.

Möglichkeiten zur Besichtigung der Fotoausstellung

TU-Mitarbeiter_innen können sich die Bilder gerne bei einem Besuch im Forschungszentrum Energie und Umwelt ansehen.
Externe Besucher_innen können sich direkt an den Künstler wenden. Es wird die Möglichkeit geben, dass etwa einmal im Quartal Besuchstermine gemeinsam mit Hrn. Prenn stattfinden werden.


Fotoausstellung ,,Eis-Projekt"

Das dramatische Abschmelzen der Alpengletscher legt - durch verschiedene gegenläufige physikalische Prozesse - ihre innersten Strukturen frei. Die Formen dieser Abbrüche und Ausschmelzungen bilden das Ausgangsmaterial der fotografischen Findungen.
Eis hat die Eigenschaft, Licht nicht an seiner Oberfläche zu reflektieren. Das Licht kann eindringen und ein Teil seines Spektrums wird - je nach Dichte und Beschaffenheit des Eises - wieder nach Außen abgegeben. Die Farbe des Eises entsteht in seinem Inneren. Das Spiegeln und Kompilieren der Aufnahmen zu symmetrischen Anordnungen, transformiert und abstrahiert das fotografische Ausgangsmaterial.
Die Objekte der Aufnahmen, die stündlich und minütlich Veränderungen unterworfen sind, existieren oft kurz nach ihrer Aufnahme nicht mehr. So zeigen die Bilder, abseits herkömmlicher Naturfotografie, ein letztes ,,Aufleuchten" des Gletschers.

Zum Künstler

Reinhard Prenn ist seit 1992 in den Bereichen Literatur, Kommunikation und Kulturmanagement tätig. Seit 2011 setzt er sich intensiv mit dem Medium Fotografie auseinander. Die Idee zum ,,Eis-Projekt" entstand bei Prenns erstem Besuch auf der Pasterze im Jahr 2010.
www.reinhard-prenn.a­t/