Verbindende Natur am Grünen Band Europas

© Thomas Wrbka

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Neues EU-Projekt des Umweltbundesamts und der Universität Wien vernetzt Schutzgebiete am Grünen Band

Das Grüne Band Europa, eine Naturschutzinitiativeim ehemaligen Grenzgebiet des "Eisernen Vorhangs", ist eines der größten Verbundsysteme geschützter Naturräume in Europa. Im Interreg Projekt DaRe to Connect (D2C) erarbeitet die Universität Wien gemeinsam mit zehn Partnerorganisationen aus acht europäischen Ländern der Donauregion und unter Beteiligung des Umweltbundesamts Empfehlungen, um diese Naturräume künftig noch besser zu vernetzen. Wie eine gemeinsame europäische Schutzstrategie aussehen könnte und Lücken im größten europäischen Lebensraumverbund geschlossen werden können diskutierten die Projektpartner kürzlich bei der Eröffnungskonferenz am 23. November in Bratislava.

Bis zum Fall des Eisernen Vorhangs 1989 entstand vielerorts ein faszinierender Streifen Wildnis entlang von Flüssen und Wäldern, durch Flachland und Hochgebirge. Über rund 6.800 Kilometer wurde diese Zone in einem Zeitraum von fast 40 Jahren zum Rückzugsort vieler seltener Tierund Pflanzenarten - das Grüne Band Europa. Österreich hat beinahe 1.300 km Anteil am Grünen Band. Es umfasst wertvolle Naturgebiete: Vom Böhmerwald bis zum Neusiedler See, von den March-Thaya-Auen bis zum Dobratsch.

Vernetzte Zusammenarbeit
Im Rahmen von DaRe to Connect identifizieren ExpertInnen aus Österreich, Deutschland, Kroatien, Rumänien, Serbien, Slowakei, Tschechien und Ungarn in den nächsten drei Jahren ökologische Korridore zwischen den Naturschutzgebieten. Dafür werden neue Methoden zur Auswertung und Anwendung von Fernerkundungs-Daten aus dem EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus entwickelt. Die Forschungsgruppe Landschaftsökologie des Departments für Botanik und Biodiversitätsforschung der Universität Wien verarbeitet in Kooperation mit ExpertInnen des Umweltbundesamtes Satelliten-Daten zu GIS-Daten und machen sie so für AnwenderInnen aus Gemeinden, RaumplanerInnen oder LandwirtInnen nutzbar.

Erhalt von Lebensräumen und Ökosystemleistungen im Fokus
Parallel dazu werden unter der Leitung des BUND Naturschutz in Bayern Leitlinien und Empfehlungen für eine bessere Durchgängigkeit zwischen den Schutzgebieten erarbeitet. Dabei steht nicht nur der Erhalt der vorhandenen Ökosysteme, sondern auch deren Nutzen für den Menschen, die sogenannten Ökosystemleistungen im Fokus. Gemeinsam mit lokalen Interessensgruppen werden in sechs Pilotregionen Detailkonzepte erarbeitet. Die österreichische Pilotregion ist das Mühlviertel mit seinen Verbindungen zum Bayrischen Wald in Deutschland und zur Region ¦umava in Tschechien.

Die Ergebnisse des Projekts werden in einer gemeinsamen Strategievision ,,Green Belt in the Danube Region 2030" gebündelt, die als Grundlage für den langfristigen Schutz dienen soll.

Das Projekt wird von Interreg Danube Transnational Programme als Teil des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und des Instruments für Heranführungshilfe finanziert (ERDF, IPA).