Universitätsprofessorin Kristin De Troyer zum Mitglied des Präsidiums der Österreichischen Forschungsgemeinschaft gewählt

Foto: Kristin DeTroyer

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Die Österreichische Forschungsgemeinschaft, getragen von Bund und Ländern, gibt sowohl der Wissenschaftsförderung als auch der Wissenschaftspolitik in Österreich neue Impulse und dient der Zukunftsorientierung und Qualitätssicherung von Forschung und Lehre in Österreich.

Kristin De Troyer , geboren 1963 in Ninove/Belgien, Studium der Philosophie Religionswissenschaften, Theologie und Religionspädagogik in Leuven/Belgien und Leiden/Niederlande. Karriere-Stationen u.a. in den USA und in Schottland an der renommierten University of St. Andrews, seit Herbst 2015 Professorin für Alttestamentliche Bibelwissenschaft an der Universität Salzburg.

De Troyer ist eine der international renommiertesten SpezialistInnen für die Septuaginta, die älteste durchgehende Übersetzung der hebräisch-aramäischen Bibel ins Griechische. Die Übersetzung entstand etwa 250 vor Christus.

,,Was mich an den alten biblischen Dokumenten fasziniert ist die enorme Vielfältigkeit der Texte. Da gibt es zum Beispiel nicht ein in sich abgeschlossenes Buch Joshua sondern kurze und lange Varianten. Das wird auch in den Handschriften der sogenannten Tote-Meer-Rollen ersichtlich. Die letzten wurden erst vor 10 Jahren entdeckt."

Etliche dieser einzigartigen Manuskripte befinden sich in der Martin Schoyen-Sammlung, der größten privaten Handschriftensammlung des 20.Jahrhundert. ,,Diese alten Papyri sind wunderschön und es ist für mich natürlich etwas ganz Besonderes, mit Dokumenten zu arbeiten, die außer dem Sammler und dem Herausgeber noch keiner gesehen hat."

De Troyer hat inzwischen drei der biblischen Texte aus der Martin Schoyen Sammlung editiert: Joshua, Leviticus und Exodus. ,,Die zufällige Begegnung mit Martin Schoyen auf einer Tagung in Oslo und die sich später daraus ergebende Arbeit haben mein Leben verändert. Die Beschäftigung mit einmaligen alten Texten ist für mich ein großes Vergnügen".

Ein Vergnügen, das sie auch den Studierenden in Salzburg vermitteln will. Ein weiteres Vergnügen bereitet ihr die ungewöhnlich starke weibliche Präsenz an der Theologischen Fakultät. ,,Zusammen mit der Neutestamentlichen Bibelwissenschaftlerin Marlis Gielen, die schon länger an der Uni ist, sind wir nun vier Professorinnen. So viele Frauen habe ich noch an keiner anderen Uni erlebt. Die Zusammenarbeit ist unkompliziert und viel weniger von Statusdenken bestimmt als bei Männern.


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