Universität Wien testet: Grundlagenforschung ermöglicht innovative Anwendung in der Praxis

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Die Universität Wien und ihre wissenschaftlichen Partner haben seit März 2020 ein COVID-Test-System aufgebaut, das die Aufrechterhaltung des Laborbetriebs sowie den notwendigen Vor-Ort-Betrieb sicherstellt. (© dernkopfdruecker)

Im Sommersemester verstärkt Testungen von Mitarbeiter*innen und Studierenden

Die Universität Wien und ihre wissenschaftlichen Partner haben seit März 2020 ein COVID-Test-System aufgebaut, das die Aufrechterhaltung des Laborbetriebs sowie den notwendigen Vor-Ort-Betrieb sicherstellt. Möglich macht das die Expertise von Wissenschafter*innen des Hauses. Die Testungen kommen beim Schul-Monitoring, in den Pflegewohnhäusern und der mobilen Pflege der Caritas der Erzdiözese Wien und auch an der Uni Wien selbst zum Einsatz. Im kommenden Sommersemester wird die Universität Wien verstärkt Testungen bei Mitarbeiter*innen und Studierenden im Laborumfeld durchführen.

"Investition in Grundlagenforschung lohnt sich gerade in unerwarteten Situationen. Die entwickelte COVID-Test-Pipeline ist ein aktuelles Beispiel dafür", so Rektor Heinz W. Engl. 20 Wiener Forschungsinstitute haben zu Beginn der Pandemie im März 2020 Verantwortung in der Krise übernommen und sich unter Federführung der Universität Wien zur Vienna COVID-19 Diagnostics Initiative (VCDI) zusammengeschlossen. Koordiniert wird sie von Alwin Köhler von den Max Perutz Labs.

Die Konzeptentwicklung erfolgte durch Wissenschafter*innen des Zentrums für Mikrobiologie und Umweltsystemwissenschaften der Universität Wien und der Max Perutz Labs von Universität Wien und Medizinischer Universität Wien sowie des IMBA und des GMI der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und des IMP. Das Konzept umfasst zweimal wöchentliches Gurgeln, Poolen der Proben und PCR-Tests. Die Stadt Wien und einige Initiativen in Deutschland haben das Konzept inzwischen übernommen. Durchgeführt werden können derzeit bis zu 6.000 Personenproben pro Tag. "Die intelligenten Hochdurchsatz-Teststrategien, die in unserem Konsortium entwickelt wurden, zeigen drei Dinge ganz deutlich: erstens die Möglichkeit, Grundlagenforschung extrem schnell auf die Lösung gesellschaftlich relevanter Probleme anzusetzen; zweitens die Möglichkeit, aus dieser Grundlagenforschung heraus Lösungen zu finden, die anders nur schwer oder gar nicht realisierbar sind; und drittens die Bereitschaft der Forschung, pragmatisch, unpolitisch und ohne Profitgedanken ihre Expertise zu teilen", sagt Alwin Köhler.

Vorhandenes Know-How genützt Ziel war und ist es, eine neue Test-Pipeline zu etablieren, um das SARS-CoV-2 Virus umfassender zu detektieren und damit besser bekämpfen zu können; aufbauend auf an der Universität Wien vorhandenem Know-How und Geräten wurden von der Republik Österreich über das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung Mittel zum weiteren Ausbau zur Verfügung gestellt, die für nicht kommerzielle Zwecke der öffentlichen Gesundheit eingesetzt werden können. Neben dem Schulmonitoring, das gemeinsam mit der Medizinischen Universität Graz und Medizinischen Universität Innsbruck sowie der Medizinischen Fakultät der Johannes Kepler Universität Linz durchgeführt wird und über das schon vielfach berichtet wurde, wird mit der Caritas der Erzdiözese Wien kooperiert und es kommen die Tests an der Universität Wien selbst zum Einsatz.

Kooperation mit Caritas Die Gurgeltests kommen auch externen Einrichtungen zugute: So laufen seit Oktober 2020 Testungen in den Pflegewohnhäusern der Caritas der Erzdiözese Wien mit der bewährten Gurgelmethode, um Clusterbildungen bei besonders vulnerablen Gruppen zu verhindern. Oberstes Ziel ist es dabei, das Ansteckungsrisiko von Anfang an zu minimieren. Die gemeinsam entwickelte Teststrategie hilft dabei, Infektionen frühzeitig zu erkennen. "Wir wissen heute, dass auch symptomlose Personen schon infektiös sein können. Dank der Forschungskooperation konnten wir früher die richtigen Maßnahmen setzen. Aktuell werden 2.400 MitarbeiterInnen regelmäßig mit PCR-Test über ihren COVID-Status informiert. Wir sind sehr dankbar für die enge Zusammenarbeit mit der Wissenschaft und hoffen auf die politische Unterstützung bei der breiten Ausrollung dieser Pilotprojekte", betont Thomas Wochele-Thoma, der ärztliche Leiter der Caritas der Erzdiözese Wien.

Universitätsbetrieb abgesichert Darüber hinaus kommen diese Tests auch an der Universität Wien bei Mitarbeiter*innen und Studierenden zum Einsatz, mit dem Ziel, den Universitätsbetrieb für Bereiche mit der Notwendigkeit zur Präsenz und insbesondere den Laborbetrieb sicherzustellen. Im Laufe des Sommersemesters wird weiter und breiter getestet werden. Für einzelne Anwendungsbereiche kommen an der Uni Wien ab dem Sommersemester ergänzend auch Anterio-Nasal-Tests zum Einsatz. "Die erweiterten Testmöglichkeiten sind Voraussetzung, um den Vor-Ort-Betrieb schrittweise wieder zu ermöglichen", so Rektor Engl.

Der Lehrbetrieb wird dennoch wie bisher auch im Sommersemester weitgehend digital stattfinden. Mit dieser frühzeitigen Festlegung will die Universität Wien Studierenden und Lehrenden die notwendige Planungssicherheit für die kommenden Wochen geben. Ob hybrides Studieren teilweise in der zweiten Hälfte des Semesters möglich sein wird, hängt von den Entwicklungen in den nächsten Wochen ab. Ab Montag, 22. Februar, können Student Spaces, Lesesäle und Computer Rooms nach vorheriger Anmeldung in begrenztem Ausmaß und unter Einhaltung der COVID-19 Hygieneund Verhaltensregeln wieder genutzt werden. Eine Schnelltestung vor dem Besuch wird den Studierenden dringend empfohlen.


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