Trauer um Herwig Thoma

Die MedUni Wien trauert um Herwig Thoma, gestorben im 75. Lebensjahr.

Thoma war langjähriger, erster ordentlicher Professor für Biomedizinische Technik und Physik an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien. Für die Integration der Biomedizinischen Technik im universitären Bereich erhielt er die Kaplan Medaille des Österreichischen Erfinderverbandes.

Seine Pionierarbeiten im Fachgebiet der biomedizinschen Technik waren mit ca 30 Patenten gekrönt und umfassten multidisziplinäre Bereiche Kunstherz und Kreislaufunterstützung (Erstes Kunstherz am Tiermodell ’Esmeralda“, später implantierbare Aorten-Ballonpulsationspumpe mit Windkesselfunktion), funktionelle Elektrostimulation mit Implantaten (sog. ’Karusselstimulation“ ermöglichte Mobilisation nach Querschnittslähmung, erster implantierbarer Zwerchfellschrittmacher der Welt ermöglichte quadruplegischen Patienten atmen, sprechen, und lachen), weiters implantierbare Insulinpumpen für Insulinsubstitution (semi-closed loop) sowie Qualitätssicherung der strukturierten Rehabilitation (Initiator der ersten ISO 9001 Konformität für die Lehre im Österreichischen Hochschulbereich).

Besonders wichtig war Prof. Thoma die Einbindung der Medizinstudenten und sein Einsatz für ethisch humanen Zugang zu Technik/Technologie in der Lebensverlängerung (Lehrauftrag mit Integration der Studenten auf der Intensivstation “psychische Betreuung schwerstkranker“). Auch wesentliche Initiativen im Bereich Alltagshilfen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen sind mit seinem Namen verbunden. Er etablierte sowohl "Vienna International Workshops on Functional Electrical Stimulation", als auch ’Internationale Seminare für Funktionelle Insulintherapie“ (inklusive Methodentransfer in die USA). Er hat diese Events nicht nur wissenschaftlich geprägt, sondern auch mit seinen sehr geschätzten Orgelkonzerten bereichert.

1987 hat er das Herwig Thoma war Gründungsvorstand des Österreichischen Gesellschaft für Biomedizinische Technik, des Wiener "Instituts für Biomedizinische Technik und Physik", und des eingetragenen Vereins ’Internationale Forschungsgruppe Funktionelle Rehabilitation“. Mit seiner Tätigkeit, die mit der Leitung des Wiener "Biotechnischen Labors der 2. Chirurgie" und intensiver interdisziplinärer Zusammenarbeit begonnen hat, wurden Grundsteine für viele bedeutende medizinische und medizintechnische Karrieren gelegt.

Herwig Thoma wurde 1983 zum o. Univ. Prof. für Biomedizinische Technik und Physik berufen und leitete bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2007 das Institut für Biomedizinische Technik und Physik der Fakultät für Medizin an der Universität Wien bzw. der Medizinischen Universität Wien. Bis zuletzt war er als emeritierter Professor am Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik der MedUni Wien wissenschaftlich aktiv.

Seine Verdienste für Aufbau und Entwicklung der Biomedizinischen Technik an der Universität Wien wurden in Österreich und am Standort Wien sowie seine zahlreichen Beiträge zur multidisziplinären Forschung im Sinne des Wiener Konzeptes der Funktionellen Rehabilitation werden weiter in Erinnerung bleiben und verdienen besondere Würdigung.


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