Prof. Ingrid Steiner erhält Zsigmondy-Medaille

Überreichung der Zsigmondy Medaille an  Ingrid Steiner durch Dekan Danninger

Überreichung der Zsigmondy Medaille an Ingrid Steiner durch Dekan Danninger

Die Richard-Zsigmondy-Medaille wird für besondere Verdienste um die Fakultät für Technische Chemie vergeben. Prof. Steiner ist die erste weibliche Preisträgerin in der Geschichte der Auszeichnung.

Prof. Ingrid Steiner war über viele Jahre das ’Gesicht’ der Lebensmittelchemie an Fakultät für Technische Chemie der TU Wien und hat sich als ausgezeichnete Wissenschaftlerin profiliert. Dies zeigt unter anderem ihre Reihung auf dem Berufungsvorschlag für die Besetzung des Lehrstuhls für Lebensmittelchemie an der TU München. Wie Dekan Danninger betonte, stach Ingrid Steiner vor allem aufgrund ihres langjährigen und unermüdlichen Einsatzes für das Thema Gleichbehandlung an der Fakultät hervor. So hat sie den Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen an der Fakultät seit seiner Gründung im Jahr 1991 geleitet und in den letzten Jahren auch die Leitung des Arbeitskreises für die gesamte Technische Universität Wien übernommen. Sie hat in diesen Funktionen unzählige Stunden in die Aufbereitung und Teilnahme an Berufungsund Habilitationskommissionen und an Bewerbungsgesprächen investiert. Prof. Steiner hat dafür ihre eigene wissenschaftliche Tätigkeit im Fachgebiet Lebensmittelchemie zurückgestellt. Sie ist für ihre unaufgeregt-sachliche Argumentation auch bei schwierigen und kontroversen Themen der Gleichbehandlung bekannt, hat ihren Standpunkt stets überzeugend vertreten und dadurch im Zusammenhang mit dem Thema Gleichbehandlung auftretende Probleme im Konsens lösen können.

Die Auszeichnung wurde im Rahmen einer festlichen Fakultätsratssitzung an Prof. Ingrid Steiner verliehen. In seiner Laudatio hob Dekan Danninger hob in seiner Laudatio die gute und langjährige Zusammenarbeit an der Fakultät hervor. Von Seiten des Rektorats hielt Rektorin Sabine Seidler Begrüßungsworte und betonte die Tatsache, dass Prof. Steiner die erste weibliche Preisträgerin der Fakultätsauszeichnung ist. Für Vizerektorin Anna Steiger stellt diese Tatsache auch eine ideale Verbindung zum Jubiläumsjahr ’100 Jahre Frauenstudium 1919-2019’ an der TU Wien dar.

Prof. Ingrid Steiner strich in ihrer Dankesrede ihre Gemeinsamkeiten mit Richard Zsigmondy hervor. Wie der Nobelpreisträger arbeitete auch sie unter anderem mit kolloidalen Flüssigkeiten. Bei ihr war jedoch nicht die anorganische Chemie im Mittelpunkt, sondern kolloidale Lebensmittel wie Milch, die auf Grund ihrer Natur besondere Eigenschaften aufweist. Ihre Leidenschaft zum Bergsteigen teilt Ingrid mit Zsigmondys Brüdern Otto und Emil, und Richard Zsigmondys Bruder Karl prägte als Rektor die Technische Hochschule Wien (1918-1919). Prof. Ingrid Steiner bedankte sich bei ihren Wegbegleiter_innen für die gute Zusammenarbeit.

Die Richard-Zsigmondy-Medaille
Die Richard-Zsigmondy-Medaille wird für besondere Verdienste um die Fakultät für Technische Chemie vergeben. Diese besonderen Verdienste können wissenschaftlicher, strategischer oder institutioneller Natur sein. Die Auszeichnung ist nach dem Nobelpreisträger Richard Zsigmondy, der von 1883 bis 1885 an der TU Wien (damals ’k.k. Technische Hochschule’) studierte, benannt. Zsigmondy entwickelte ein Ultramikroskop und forschte an Kolloiden ’ winzigen Partikeln, die in einem Medium fein verteilt sind. Milch ist ein Beispiel für ein Kolloidsystem: Ihre weiße Farbe kommt durch die Streuung des Lichts an den winzigen Fetttröpfchen im Wasser zustande. Zsigmondy war somit einer der ersten ’Nanotechnologen’. Mithilfe seiner Erkenntnisse konnte er beispielsweise neuartige Sorten gefärbter Gläser erzeugen. 1925 erhielt er für seine Kolloid-Forschung den Chemie-Nobelpreis. Die Auszeichnung wurde bisher an Prof. Johannes Fröhlich, Prof. Rudolf Krska und Karlheinz Schwarz verliehen. Prof. Ingrid Steiner ist die vierte und damit die erste weibliche Preisträgerin der Medaille.