Julia Binder erhält Forschungsgrant des ERA-CVD Networks

Julia Binder, Gynäkologin an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde der MedUni Wien, hat für eine Studie zu Schwangerschaftshypertonie (Bluthochdruck) vom European Research Area Network on Cardiovascular Diseases (ERA-CVD) einen hochdotierten Forschungsgrant erhalten.

ERA-CVD ist ein Europäisches Netzwerk bestehend aus 24 Partnern aus 19 verschiedenen Ländern und Regionen, welches durch das laufende Europäische Framework Programm für Forschung und Innovation ’Horizon 2020’ mit der Vergabe von Grants beauftragt wurde. Das Programm läuft von Oktober 2015 bis September 2020.

Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen (HDP) sind die weltweit häufigste Ursache für mütterliche und neonatale Morbidität und Mortalität. Rezente wissenschaftliche Arbeiten haben eine kardiovaskuläre Genese der Erkrankung beforscht und sind zu dem Schluss gekommen, dass Frauen mit HDP ein lebenslang erhöhtes Risiko für Herzkreislauferkrankungen mit sich tragen. Strukturelle Veränderungen am mütterlichen Herzen waren bis 2 Jahre nach der Geburt messbar. Eine kardiovaskuläre Komponente der Erkrankung wird somit vermutet.

Obwohl neue Erkenntnisse vorliegen, haben sich die Therapiekonzepte nicht verändert und eine Untersuchung der maternalen Hämodynamik sowie kardiovaskulären Parameter wird routinemäßig nicht vorgenommen.

Das Forschungsprojekt von Julia Binder, an dem auch weitere Zentren aus Norwegen (Oslo University Hospital) und Deutschland (Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin) beteiligt sind, wird die Hämodynamik und die kardiovaskulären Parameter von Schwangeren mit HDP im Vergleich zu einer gesunden schwangeren Kontrollgruppe und einem präeklamptischen Tiermodell untersuchen.

Diese prospektive Fallkontrollstudie ist über einen Zeitraum von drei Jahren angelegt und verfolgt den Ansatz, dass die Regulierung des Blutdrucks das geeignete Therapieziel für Frauen mit HDP ist. Gleichzeitig sollen durch invasive Verfahren und die Bewertung der strukturellen Morphologie neue Einblicke in die Pathophysiologie der Präeklampsie (Tiermodell) gewonnen werden.

Zur Person
Julia Binder ist seit Dezember 2010 als Gynäkologin an der Klinischen Abteilung für Geburtshilfe und feto-maternale Medizin der Medizinischen Universität Wien tätig. Seit Oktober 2017 ist sie Fachärztin mit Zusatzqualifikation in Pränataldiagnostik (Ausbildung in London) und absolviert derzeit eine Subspezialisierung in feto-maternaler Medizin. Ihr PhD-Studium im Programm Endocrinology, Metabolism and Nutrition konnte sie im Juli 2019 abschließen. Julia Binder forscht seit dem Beginn ihrer Karriere im Bereich der Hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen sowie zu Strategien der Früherkennung.



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