Europäische Akkreditierung des Diagnose- und Forschungszentrums für Maligne Hyperthermie der MedUni Wien

Bei der Malignen Hyperthermie (MH) handelt es sich um eine seltene vererbte Stoffwechselstörung der Skelettmuskulatur (Prävalenz ca. 1:35.000). Üblicherweise macht sich die Veranlagung zur Malignen Hyperthermie im täglichen Leben nicht bemerkbar. Bei Narkosen kann es jedoch zu lebensbedrohlichen Zwischenfällen kommen, die auch heute noch oft tödlich enden können. Ob diese Veranlagung vorliegt, kann nur durch die Entnahme eines kleinen Muskelstücks und anschließende aufwendige spezielle Untersuchung (In-vitro-Kontrakturtest) in einem MH-Zentrum - wie demjenigen an der MedUni Wien/AKH Wien - diagnostiziert werden.

Die Abteilung für Spezielle Anästhesie und Schmerzmedizin der Medizinischen Universität Wien/AKH Wien ist seit Mitte der 1970-er Jahre eines der wenigen Europäischen Zentren zur Erforschung und Diagnostik zur Malignen Hyperthermie und das einzige in ganz Österreich. Wie Hans Georg Kress, Leiter der Abteilung, betont, wurden seit der Standardisierung der aufwendigen Untersuchungstechnik nach dem Protokoll der Europäischen Malignen Hyperthermiegruppe im Jahr 1985 an der Pharmakogenetischen Ambulanz der Klinischen Abteilung für Spezielle Anästhesie und Schmerzmedizin über 1.500 Patientinnen und Patienten aus ganz Österreich, aber auch aus Ländern, in denen keine Austestung möglich ist (z.B. Rumänien, Kroatien, Kuwait), untersucht. Seit über 10 Jahren wird außerdem, wenn die genetische Variante bekannt ist, an der Abteilung auch die genetische Untersuchung auf Maligne Hyperthermie angeboten.

Nach einer mehrtägigen Qualitäts-Evaluation vor Ort durch VertreterInnen der Europäischen Maligne Hyperthermie-Gruppe (EMHG) erfolgte nun auf dem Europäischen MH-Meeting die Anerkennung der Pharmakogenetischen Ambulanz der Klinischen Abteilung für Spezielle Anästhesie und Schmerztherapie als eines der neun zur Testung auf Maligne Hyperthermie zertifizierten Zentren in ganz Europa.



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