Blinde Menschen an nonverbaler Kommunikation teilhaben lassen

Ein länderübergreifendes Forschungsprojekt liefert die Grundlagen für Assistenzs

Ein länderübergreifendes Forschungsprojekt liefert die Grundlagen für Assistenzsysteme, die sehbehinderten Menschen nonverbale Kommunikation in Echtzeit Übersetzen. Ein erster Prototyp liegt bereits vor. Credit: JKU

Ein wichtiger Teil von Besprechungen sind nonverbale Kommunikationsformen. Blinde und sehbehinderte Personen können dem aber kaum folgen.

Blinden oder sehbehinderten Menschen bleiben in alltäglichen Interaktionen mit sehenden Menschen wichtige Informationen vorenthalten. Dazu gehören Körpersprache und Mimik, die auf Emotionen des Gegenübers schließen lassen: ein Lächeln bei der Begrüßung, ein zustimmendes Nicken oder ein verwirrter Blick bei unklaren Aussagen.

In Zukunft sollen Assistenzsysteme für sehbehinderte Menschen derartige Informationen liefern können, um eine barrierefreie Teilnahme an Konferenzen zu ermöglichen. Doch die Entwicklung technischer Hilfsmittel, die menschliche Handlungen in Kommunikationssituationen in Echtzeit interpretieren können, ist komplex und aufwändig. Ein Projekt, bei dem Forschende der JKU mit Teams der ETH Zürich und der TU Darmstadt zusammenarbeiten, soll deshalb die wissenschaftlichen Grundlagen liefern, auf denen künftige Anwendungen in diesem Bereich aufbauen können.

"Die Herausforderung liegt darin, Gesichtsausdrücke, Gesten und andere nonverbale Kommunikationsformen in einer Konferenzsituation zu tracken, zu sammeln und mithilfe eines intelligenten Systems den sehbehinderten Menschen auf unterschiedliche Weise zugänglich zu machen", skizziert Klaus Miesenberger, Projektverantwortlicher und Leiter des Instituts Integriert Studieren der JKU Linz.


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