Reifung statt Zelltod: Defekte Signalwege stören Immunzellentwicklung

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Bei einer Autoimmunerkrankung greift das Immunsystem nicht nur Krankheitserreger, sondern auch körpereigene Zellen an. Ein Forschungsteam um Marta Rizzi (Universität Freiburg, Medizinische Universität Wien) konnte nun zeigen, dass defekte Signalwege im Körper eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Immunzellen spielen. Das ermöglicht neue therapeutische Ansätze bei Autoimmunerkrankungen wie dem autoimmun-lymphoproliferativen Syndrom (ALPS). Die Studie ist aktuell im Fachmagazin Science Immunology.

,,Die Erkenntnisse zeigen, wie tiefgreifend die Auswirkungen von Signalwegstörungen auf die Funktionsweise unseres Immunsystems sind und helfen uns, die Mechanismen der Immunzellentwicklung und -funktion besser zu verstehen", sagt Marta Rizzi, Forschungsgruppenleiterin an der Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie des Universitätsklinikums Freiburg und für Klinisch Experimentelle Immunologie der Medizinischen Universität Wien.

Wichtige Einblicke in die Entwicklung von Immunzellen

Der FAS-Signalweg spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung des programmierten Zelltods, auch Apoptose genannt. Die Aktivierung des Signalwegs beeinflusst aber auch nicht-tödliche Prozesse wie die Reifung von B-Zellen im menschlichen Immunsystem. Die Studie deutet darauf hin, dass Störungen in diesem Signalweg zu Problemen in der Entwicklung und Funktion von B-Zellen führen können. ,,Im nächsten Schritt werden wir nach Wegen suchen, wie diese Erkenntnisse uns bei der Behandlung von Patient:innen unterstützen können", sagt Rizzi, die auch dem Exzellenzcluster Centre for Integrative Biological Signalling Studies (CIBSS) der Universität Freiburg angehört.

Publikation: Science Immunology

Non-apoptotic FAS signaling controls mTOR activation and extrafollicular maturation in human B cells
Julian Staniek, Tomas Kalina, Geoffroy Andrieux, Melanie Boerries, Iga Janowska, Manuel Fuentes, Paula Díez, Marina Bakardjieva, Jitka Stancikova, Jan Raabe, Julika Neumann, Sabine Schwenk, Leonardo Arpesella, Jan Stuchly, Vladimir Benes, Rodrigo García Valiente, Jonatan Fernández García, Rita Carsetti, Eva Piano Mortari, Albert Catala, Oscar de la Calle, Georgios Sogkas, Bénédicte Neven, Frédéric Rieux-Laucat, Aude Magerus, Olaf Neth, Peter Olbrich, Reinhard E. Voll, Laia Alsina, Luis M. Allende, Luis I. Gonzalez-Granado, Chiara Böhler, Jens Thiel, Nils Venhoff, Raquel Lorenzetti, Klaus Warnatz, Susanne Unger, Maximilian Seidl, Dirk Mielenz, Pascal Schneider, Stephan Ehl, Anne Rensing- Ehl, Cristian Roberto Smulski, Marta Rizzi
DOI: 10.1126/sciimmunol.adj5948
https://www.science.org/­doi/10.112­6/sciimmun­ol.adj5948