Zwei neue Highlights am Areal des Botanischen Gartens

Die renovierte Coudé-Kuppel am Areal des Botanischen Gartens © Uni Innsbruck
Die renovierte Coudé-Kuppel am Areal des Botanischen Gartens © Uni Innsbruck
Das Areal des Botanischen Gartens verfügt über zwei neue Highlights. Am Mittwoch, den 19. Juni, wird der neugestaltete Heilund Nutzpflanzengarten sowie die renovierte Coudé-Kuppel der Historischen Sternwarte offiziell eröffnet.

"Ich freue mich sehr, dass wir heute gleich zwei bedeutende Projekte auf dem wunderschönen Areal des Botanischen Gartens eröffnen können. Der Heilund Nutzpflanzengarten erstrahlt dank der großzügigen Unterstützung der Stadt Innsbruck in neuem Glanz und die renovierte, aus dem Jahr 1904 stammende kleine freistehende Coudé-Kuppel stellt eine Bereicherung des Museums ’Historische Sternwarte’ dar", so Rektorin Veronika Sexl. "Projekte dieser Größenordnung sind nur durch das Engagement und die Zusammenarbeit vieler Menschen möglich, deshalb möchte ich allen Beteiligten bei der Stadt Innsbruck, der Bundesimmobiliengesellschaft, dem Bundesdenkmalamt und an den Instituten für Botanik sowie Astround Teilchenphysik meinen Dank aussprechen."

Heilund Nutzpflanzengarten

Der nicht mehr ganz zeitgemäße Heil-, Giftund Gewürzpflanzengarten des Botanischen Gartens wurde mithilfe von Fördermitteln der Stadt Innsbruck in den vergangenen Jahren komplett umgestaltet. Der neu entstandene Heilund Nutzpflanzengarten bietet nun neben einer neuen und verständlichen Gliederung auch zusätzliche schattige Sitzplätze, großteils barrierefreie Wege und neue Informationstafeln. Bei der Gestaltung wurde auf die Wiederverwendung vorhandener Ressourcen sowie auf Ökologische Aspekte wie Nischen für Wildbienen geachtet. Der neugestaltete Heilund Nutzpflanzengarten im Botanischen Garten bietet eine beeindruckende Vielfalt an Pflanzen, die in vier thematischen Gärten präsentiert werden:

Im Gewürzgarten findet man Pflanzen, die aufgrund ihrer Inhaltsstoffe als geschmacksgebende Zutaten verwendet werden. Die Pflanzen sind nach ihrer Verwendung und Beliebtheit in der jeweiligen traditionellen Küche oder Region unterteilt, darunter typisch mediterrane Gewürzpflanzen, Pflanzen der traditionellen Küche Mittelund Nordeuropas sowie Gewürzpflanzen aus Amerika, Asien und Afrika. Dabei findet man sowohl bekannte als auch vergessene Gewürze. Der Gemüsegarten zeigt die Vielfalt an Gemüsesorten und bietet Sorten-Raritäten, die von den Mitarbeiter:innen des Botanischen Gartens weitgehend selbst vermehrt werden. Im Fruchtgarten wachsen bekannte und weniger bekannte Gehölze mit schmackhaften Früchten. Neben Wildobst finden sich hier auch Zuchtformen und genau wie im Gemüsegarten wechselt das Sortiment von Frühling bis Herbst.

Der Heilpflanzengarten ist in neun verschiedene Bereiche unterteilt, die sich nach ihrer hauptsächlichen Indikation und Verwendung richten: Herz-Kreislauf-System, Atmungsorgane, Magen-Darm-Kanal und Lebertherapeutika, Niere und ableitende Harnwege, Haut und Bewegungsapparat, Gynäkologika - Frauenund Männerheilkunde, Steigerung der Abwehrkräfte, Zentrales Nervensystem Überuhigende und schlaffördernde Pflanzen sowie historisch verwendete Nutzpflanzen. Insgesamt finden sich hier 230 Arten, zu denen jeweils Kurzinformationen zur eigenständigen Weiterbildung vorhanden sind.

Renovierte Coudé-Kuppel

Die 1904 von Egon von Oppolzer nach eigenen Plänen und aus eigenen Mitteln in Hötting errichtete Sternwarte war damals eines der modernsten Observatorien der k. und k. Monarchie. 1909, zwei Jahre nach seinem Tod, wurde die Privatsternwarte seiner Familie vom Staat abgekauft und der Universität Innsbruck als Universitätssternwarte zugeteilt. Im Anschluss wurde die Sternwarte bis in die 1950er-Jahre für Lehre und Forschung genutzt, Gebäude und Ausstattung blieben aber wegen mangelnder Mittel - aus heutiger Sicht zum Glück - weitgehend unverändert. Weder wurden die Originalinstrumente durch modernere ersetzt, noch konnten bauliche Änderungen durchgeführt werden. 1973 wurde das ältere Fernrohr in der freistehenden Coudé-Kuppel im Garten durch ein modernes Zeiss-Coudé-Linsenteleskop für die Ausbildung der Studierenden ersetzt, das auch heute noch für Lehrveranstaltungen und öffentlichkeitsarbeit verwendet wird.

2014 wurde das Hauptgebäude des Observatoriums im Botanischen Garten umfassend renoviert und als "Museum Historische Sternwarte" eröffnet. 2024 wurde nun die ebenfalls aus dem Jahr 1904 stammende kleine freistehende Coudé-Kuppel im Garten in enger Abstimmung mit der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und dem Bundesdenkmalamt renoviert und stellt nun zusammen mit den Originalinstrumenten im Hauptgebäude ein bedeutendes, im Wesentlichen unverändert erhaltenes Denkmal der Österreichischen Wissenschaftsgeschichte dar. Die Finanzierung der Renovierung der Coudé-Kuppel erfolgte durch Mittel der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und der Universität Innsbruck.