Die Tumormikroumgebung als Ziel und Regulator der Antikrebs-Metallarzneimittelreaktion

Der Wissenschaftsfond FWF fördert eine Forschungsgruppe auf dem Gebiet der Krebsforschung mit dem Titel ,,Das Tumor Micromilieu als Angriffsziel und Regulator von metallhältigen Krebsmitteln". Geleitet wird das interuniversitäre Projekt von Petra Heffeter vom Institut für Krebsforschung der MedUni Wien.

Das Projekt ist mit einer Gesamtsumme von knapp 1,5 Millionen Euro ausgestattet. Weitere Projektbeteiligte sind Walter Berger vom Institut für Krebsforschung der MedUni Wien, Evelyn Rampler und Gunda Köllensperger vom Institut für Analytische Chemie der Universität Wien sowie Christian Kowol vom Institut für Anorganische Chemie der Universität Wien.

Projektinhalte
Krebs ist eine der schwerwiegendsten Krankheiten mit Millionen Todesfällen pro Jahr. Derzeit werden in rund jedem zweiten Therapieschema platinhaltige Medikamente verwendet, jedoch sind massive Nebenwirkungen und schnelle Resistenzentwicklung nach wie vor die größten Hindernisse für die erfolgreiche Therapie.

Solide Tumore sind ein komplexes Gewebe, welches sowohl aus Krebszellen als auch aus gesunden Zellen besteht. Bemerkenswerter Weise ist allerdings relativ wenig bekannt, inwieweit Einflüsse auf die Tumormikroumgebung an der Wirkung von Platintherpeutika beteiligt sind. Neueste Daten zeigen jedoch, dass Platintherapeutika sehr gezielt die Tumormikroumgebung angreifen können. Demzufolge werden wir die Schlüsselelemente des Therapieansprechens nur dann verstehen und gezielt neue Therapeutika entwickeln können, wenn wir die Interaktion von Therapeutikum und den spezifischen Eigenschaften des soliden Tumors als multizelluläres Gewebe entschlüsseln. Im Detail verfolgt das Projekt "Die Tumormikroumgebung als Ziel und Regulator für metall-basierenden Krebstherapeutika" die folgenden Fragenstellungen: 1) Wie beeinflussen metall-basierte Therapeutika die Interaktion zwischen Krebszellen und den nicht-malignen Zellen des Tumorgewebes? 2) Welche Zellarten sind tatsächlich verantwortlich für die Aktivität von tumor-spezifisch aktivierten (metall-haltigen) Therapeutika? 3) Welche Rolle spielen hier Botenstoffe auf Fettbasis? Lassen auf Basis des gewonnen Wissens neuen metall-basierenden Therapeutika entwickeln, die das Tumorgewebe spezifisch angreifen und somit weniger Nebenwirkungen aufweisen?

In den vergangenen Jahren wurde in Wien eine interdisziplinäre Plattform zwischen ForscherInnen des Instituts für Krebsforschung der Medizinischen Universität Wien und der Fakultät für Chemie der Universität Wien etabliert, die inzwischen weltweit als führende Einrichtung für (metall)-basierte Krebstherapeutika gilt. Die ForscherInnen dieses Projekts sind entweder Mitglieder dieser bestehenden Plattform bzw. haben in enger Kooperation damit gearbeitet. Die genehmigte Forschungsgruppe wird jene komplexen tumorbiologischen Vorgänge entschlüsseln, welche die Aktivität von metall-haltigen Krebsmedikamenten bestimmen. Auf Basis des gewonnen Wissens werden sowohl verbesserte, tumorspezifischere Therapeutika synthetisiert, als auch neue (analytische) Werkzeuge zur Entschlüsselung der hoch-komplexen zellulären Wechselwirkungen im Therapieansprechen solider Tumore entwickelt.

Zur Person
Petra Heffeter ist außerordentliche Professorin am Institut für Krebsforschung der Medizinischen Universität Wien. Sie ist Krebsbiologin und Toxikologin und hat sich 2015 habilitiert. Für ihre Habilitation erhielt sie im Jahr 2016 den Otto-Kraupp-Habilitationspreis. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Untersuchung von Mechanismen, die der Resistenz und Reaktionsfähigkeit von Krebszellen auf die Therapie zugrundeliegen. Für ihre innovativen Projekte hat Petra Heffeter gemeinsam mit Christian Kowol mehrere Auszeichnungen erhalten. Heffeter hält bei 115 veröffentlichten Manuskripten mit ca. 3300 Zitaten (h-Index 32). Seit 2013 hat sie sechs DoktorandInnen und zehn 10 MasterstudentInnen betreut. Sie ist Co-Koordinatorin des internationaln PhD Program in Translational Onkologie (IPPTO).



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